Hotel "Natürlich" in Fiss eingecheckt, Roomie Christoph Schöch begrüsst, neuen Fotografen kennengelernt, Händeschütteln hier und da, 2 fette Steaks rein fressen, Virginie Faivre beim Chateau-Kuchen anschneiden zuschauen und dann gleich mal mit 3, 4, 5,... Runden Schnaps anstossen!
Was für ein Start in eine fulminante Woche! Leider wussten wir bereits wie Tag 1 aussehen sollte, starker Schneefall den ganzen Tag und dann noch Nebel dazu. Viel mehr als dem Schloss hallo sagen, lag leider nicht drin. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen einer gemütlichen Session in der Sauna. Wieso also nicht bis nach Mitternacht an der Bar hängen bleiben? Pierre Augier unser französischer Freund war sehr gut im Motivieren für die Schnapsrunden. Sean Balmer unser Frohmut Filmer von Downdays konnte einfach nicht nein sagen. Verlor auf dem Heimweg sogar sein Iphone (Die Jacke und ein zerbrochenes Stativ sollten seine Woche noch abrunden).
Ganz so locker wie das nun alles tönt, war die Woche dann doch nicht. Wir hatten rund 3 Mal ein Sunset Shooting, einmal Sunrise und dann noch ein Night Shooting. Anstrengendes, aber sich lohnendes, Lifestyle Shooting und natürlich immer schön das Beste rausholen. Möglichst viele Shots machen, die Girls bei Laune halten und etwas pushen, aber doch nicht zu stark. It's a Girls-Week! Da läuft alles etwas anders. Aber wer kann schon nein sagen, den besten Freeskierinnen der Welt bei der Arbeit zu zu sehen?
Pierre Augier, Dan Carr, Christoph Schöch und ich hatten die Aufgabe die besten Shots der Woche zu sammeln. Ich bin immer wieder fasziniert wie viel Motivation und Inspiration in der Luft liegt, wenn Nico Zacek eine solch hervorragende Crew zusammenstellt. Um Organisatorisches muss man sich nicht kümmern, alles ist perfekt geplant und wir konnten unserer Kreativität freien Lauf lassen.
Leider waren die Girls anfangs etwas gehemmt bei springen der Burg. Harte Landung, unberechenbarer Wind und ein 22m Table waren dann doch nicht immer einfach. Vor allem späht Abends in schlechten Licht, oder frühmorgens vor dem ersten Vogelzwitschern. Die wirrkliche Progression ihres fahrerischen Könnens kam dann leider erst am Contest Tag so richtig zur Geltung. Dafür hatten wir alle die Tricks die sitzen bereits im Kasten!
Aprés Ski? Erst am Freitag ein Erstes kurzes Mal, zuvor galt es die Bilder des Tages zu bearbeiten, wollte man doch einen der attraktiven Preise abstauben. Aber nicht nur deshalb, denn wann sonst kriegt man die Chance, so gutes Bildmaterial zu schiessen. Da galt es möglichst gut Balance zwischen, hinter dem Computer und der Zeit am Berg, zu halten. Ich bevorzugte vor allem den Berg, arbeiten in der Nacht und morgens nie der Erste sein. Eine Lebenseinstellung.
So gibt es hier auch zu vielen Leuten zu danken für die starke Woche. Seilbahn Crew, Shappers, Girls, etc. Big Up! "Heute ist nicht alle Tage ich komm wieder, keine Frage!" würde jetzt der Pinke Panther sagen.
Zum Schluss noch dies: Danke Hexenalm für die ausgesprochen, ausgelassen, ausserordentlich gute Afterparty! Eine der Besten!
Wir wussten nicht recht was das Geräusch aus demWald war. Irgendwie wurde es immer etwas lauter, kleinere Äste brachen, es musste etwas grosses sein. Sehen konnten wir nichts, der Wald war sehr dicht, erlaubte keine Blicke in sein Inneres. Glücklicherweise war es bereits hell, so hatten wir weniger Angst um unser Hab und Gut. Das Zelt war bereits wieder verpackt und die Velos halbwegs gesattelt, die Geräusche liessen uns jedoch innehalten in unserem Aufbrechen.
Zwei Hund kamen aus dem Wald geschossen, rannten auf uns zu bellten kurz und schnupperten überall. Kurz darauf sahen wir einen alten Esel vor einem Holzwagen durch das Dickicht brechen, angetrieben von einem alten Herren mit grauem Haar und faltiger Haut. Er sah uns, kam freudig auf uns zu, ein reicher Wortfluss in bulgarisch voraus schickend. Wir begrüssten ihn, schüttelten die Hände, versuchten unser weniges russisch, um zu verstehen was er uns sagen wollte. Wir verstanden soviel, das er junge Äste schnitt für seine Kühe oder Rösser zu Hause. Irgendwas von Vodka sprach er auch, wir verstanden es halbwegs wie eine Einladung, liessen ihn dann aber in Ruhe seine Äste schneiden.
So sah ein typischer Morgen auf unserer Velotour aus, immer unerwartetes doch herzlich und freundlich, wo immer man auf Menschen vom Land traf. Unsere Fotografien unter anderem von diesem Herren, stellen Maurin Bisig, Dominik Fellmann und ich diese Woche in Luzern aus. Komm vorbei!
Hier noch ein kleiner Trailer:
Dominik Fellmann und Maurin Bisig kurz nach Varna, Bulgarien
meint Damianos I. aus Ägypten und widerspricht damit einem bekannten deutschen Philosophen, der behauptete: "Werde, wer du bist."* Was richtig oder falsch sei, kann ich mir nicht beantworten, jedoch bleibt bei Damianos Sichtweise Hoffnung bestehen, nicht für immer der Gleiche zu bleiben. Stetiger Wandel und Selbstfindung der eigenen Individualität wird in der heutigen Gesellschaft grösser den je geschrieben.
Der Konsumwahn greift um sich. Wir wissen es schon lange, bereits in den 70iger Jahren meinte Pessimisten ein Wachstum der Wirtschaft ist nicht mehr möglich. Sie uns nur an, wie wir heute und gestern, sicher auch morgen, wieder im Strom des Konsums mitschwimmen und dies und das haben müssen. Frag dich doch einmal, ob du die nächste Anschaffung wirklich brauchst. Kannst du die Frage mit nein beantworten, tu es einfach nicht. Ob ich mir mit dieser Aussage nun ins eigene Fleisch schneide? Als Verkäufer bin ich darauf angewiesen immer wieder neues Material zu verkaufen, weil es die Leute haben wollen, nicht weil sie es brauchen. Jedenfalls die meisten nicht.
Günstig muss es sein. Doch umso günstiger, desto allgemeiner. Was ich billig kriege, haben umso mehr andere auch, denn die Menge macht den Preis. Somit stehe ich einem inneren Konflikt zu meiner bevorzugten Individualität. Selbstgemachtes ist entweder teuer, weil wir es von andern kaufen, oder wir haben keine Zeit dafür, weil wir ja noch so viel anderes haben müssen.
So viel muss ich noch machen, muss ich noch haben, um mich von den Anderen abzugrenzen und mich selber zu finden?
Rolf Bissig - Engelberg
* Quelle: NZZ am Sonntag, 25. Dez. 2011, Christoph Zürcher
Das neue TWIN ist da. Hol es dir, zum Beispiel im Paranoia
Als es noch keinen raffinierten Zucker gab, verriet uns die Süsse einer Frucht, wie reif sie ist. Heute ist alles reif. Die Schockolade, der Tee, die Cola, ja sogar der Glühwein hat Zucker drin! Prost.